Apple-Ökosystem und iCloud

iCloud LogoLässt Dein Auto schon heute rechtzeitig vor Ankunft die heimische Fußbodenheizung hochfahren? Bestellt Dein Kühlschrank längst seinen Inhalt selber nach? Dann kennst Du Dich bereits bestens aus in der vernetzten Welt, in der Geräte mit Geräten sprechen. Früher mussten Benutzer noch selbst aktiv werden, um Informationen von einem Gerät auf ein anderes zu übertragen. Heute ist die Erwartung, dass dies in bestimmten Fällen ganz automatisch im Hintergrund geschieht. Diese Erwartung wird auch an das Apple-Ökosystem und iCloud gestellt.

Auch der Mac sowie iPhone und iPad sind eingebunden in diese vernetzte Welt. Und Apple gestaltet einen Teil dieser Welt mit eigenen Angeboten. Allerdings nicht selten mit eigenen Lösungen, die nur zwischen Apple-Geräten bzw. mit bestimmten Geräten anderer Hersteller funktionieren. Im Folgenden erhältst Du einen grundlegenden Einblick in die herausragenden Möglichkeiten von iCloud. Wenn Dich die praktische Nutzung von Cloud-Diensten auf dem Mac interessiert, empfehle ich Dir einen Blick auf den ↗ Videokurs Umstieg auf Mac zu werfen. Mit ihm wirst Du ganz schnell zum Mac-Profi und lernst unter anderem, wie Du die Cloud für Deine Zwecke richtig einrichtest.

iCloud im Videokurs Umstieg auf Mac kennenlernenAm besten Du holst Dir jetzt ein Getränk Deiner Wahl – der folgende Beitrag ist nämlich recht umfangreich angesichts der vielen Möglichkeiten, die Apple in Sachen Vernetzung zu bieten hat.

Bereit? Okay, dann geht’s los …

 

Verlockende Funktionen vs. Datenschutz

Im Zentrum des Angebots aus Cupertino steht iCloud. iCloud ist eng verwoben mit der Software auf den Geräten von Apple. Eine Betrachtung von iCloud ist daher besonders sinnvoll im Zusammenhang mit Apples Hardware. Die Verbindung von beidem ermöglicht einige Dienste und Funktionen, die anderswo schwer zu finden sind. Doch bevor wir uns die Möglichkeiten einmal gemeinsam ansehen, sei Folgendes vorausgeschickt. Welche Daten Du Cloud-Lösungen anvertrauen möchtest und welche Funktionen Du einsetzen willst, solltest Du Dir grundsätzlich gut überlegen. Apple hält das Gut der Privatsphäre vergleichsweise hoch und wird nicht müde, dies zu betonen. Doch ein 100%-iger Schutz vor einem Zugriff Dritter kann nie garantiert werden. Im Folgenden stelle ich einige der Möglichkeiten vor, die Apple Dir mit iCloud bietet. Die Entscheidung und Verantwortung für deren Verwendung kann ich niemandem abnehmen. Für die Nutzung des Mac empfehle ich, den Artikel Privatsphäre für Einsteiger von Macwelt.de zu lesen. Darin werden einige Einstellungsmöglichkeiten für macOS vorgestellt, die das tägliche Arbeiten sicherer machen. Für iPhone und iPad wird Dir auf iPhone-Tricks.de erklärt, wie Du Deine iPhone-Privatsphäre schützen kannst.

iCloud – die Cloud-Lösung im Apple-Ökosystem

Zunächst einmal bietet iCloud unter dem Namen iCloud Drive Online-Speicher, in dem Du beliebige Dateien ablegen kannst. Auf diese Dateien hast Du dann von jedem anderen Gerät aus Zugriff. Auf dem Mac kannst Du mit iCloud Drive zwei bestimmte Ordner zusätzlich in der Cloud bereithalten: Deinen Schreibtisch- und Deinen Dokumente-Ordner. Falls Du mehrere Macs hast, findest Du auf dem Schreibtisch und in Deinen Dokumenten immer die gleichen Dateien. MacTechNews.de erklärt Dir, wie Du Apple iCloud Drive einrichtest und optimal nutzt.

Doch iCloud Drive ist nur eine von vielen Funktionen. Über iCloud können außerdem Deine Kontakte, Kalender, Erinnerungen (Aufgaben), Notizen und Internet-Lesezeichen mit anderen macOS oder iOS Geräten (also Macs, iPhones, iPads und einigen iPods) – ja sogar mit Windows-PCs und z.B. Outlook – automatisch abgeglichen werden. Wie Du iCloud mit Windows nutzen kannst, wird Dir auf GIGA.de erläutert. Bei turn-on.de findest Du eine kompakte Anleitung, wie die grundsätzliche Einrichtung von iCloud auch auf dem Mac, iPhone, iPad und Apple TV gelingt.

Über den Web-Browser kannst Du Dich in iCloud.com von jedem Computer aus mit Deinen Apple-Zugangsdaten einloggen. Dort siehst Du nicht nur Deine Kalender usw., sondern auch Deine im iCloud Drive abgelegten Dokumente, Tabellen und Präsentationen. In den von Apple bereitgestellten Web-Apps der Programme Pages, Numbers und Keynote kannst Du sie direkt online bearbeiten. Hinsichtlich der Bedienung der Programme gibt es fast keine Unterschiede zwischen den Online-Versionen und denen auf dem Mac.

Auf iCloud.com kannst Du des Weiteren die Funktion Mein iPhone suchen aufrufen. Anders als der Name vermuten lässt, funktioniert sie auch mit iPad und Mac. Sie ermöglicht Dir, den Standort jedes Deiner Apple-Geräte auf einer Landkarte anzeigen zu lassen, einen Signalton auf dem jeweiligen Gerät auszugeben, eine Nachricht einzublenden oder das Gerät löschen zu lassen, falls Du z.B. eines von ihnen verlegt oder verloren hast. Im Artikel Mein iPhone suchen erklärt Dir iPhone-Tricks.de, wie das geht – bei appletutorials.de erfährst Du im Video, wie Du Dein iPhone oder iPad suchen, orten oder löschen kannst.

iCloud kann außerdem als Backup-Speicher für Deine iOS-Geräte dienen. Mit dem Mac geht das (noch?) nicht – an dieser Stelle sei noch einmal auf Time Machine als Lösung für Backups verwiesen. Sollten Dir einmal Dein iPhone oder iPad verloren gehen, so kannst Du bei eingeschaltetem Backup ihre Daten und Einstellungen jederzeit aus der letzten iCloud-Sicherung auf anderer Hardware wiederherstellen.

Mit iMessage und Facetime stellt Apple seinen eigenen Kurznachrichten- und Audio/Videochat-Dienst zur Verfügung. Wenn Du ein iPhone hast, kannst Du nicht nur iMessages sondern auch SMS-Nachrichten vom Mac aus verschicken und empfangen. Alles direkt aus der iMessage-App heraus – wie auf dem iPhone. Du kannst außerdem über Deinen Mac telefonieren – er nutzt einfach Dein iPhone als Telefon und fungiert selbst quasi als Freisprecheinrichtung. Zu solchen Funktionen weiter unten noch etwas mehr. Ab macOS High Sierra und iOS 11 bleiben Deine Nachrichten, SMS und Chat-Verläufe über iCloud auf allen Geräten immer synchron.

Der iCloud-Schlüsselbund verwahrt und verwaltet Passwörter für Dich. Bei Verwendung des Schlüsselbundes werden Dir im Safari-Browser Deine jeweiligen Zugangsdaten automatisch in die entsprechenden Felder eingetragen, wenn Du Dich auf einer bestimmten Internetseite einloggen möchtest. Du musst nur noch bestätigen und bist schon drin. Damit wird es leicht, beliebig komplexe Passwörter zu verwenden. Der iCloud-Schlüsselbund schlägt Dir sogar selbst Passwörter vor, wenn Du aufgefordert wirst, ein neues anzulegen. Wem die Nutzung über iCloud zu heikel ist, kann die Schlüsselbund-Funktion auch ausschließlich lokal verwenden. Auf Maclife.de ist zusammengefasst, wie Du mit dem iCloud-Schlüsselbund und der Schlüsselbundverwaltung Deine Passwörter am Mac, iPhone und iPad voll im Griff hast.

Multimedia in iCloud

Solltest Du Dich entscheiden, die iCloud-Fotomediathek zu verwenden, werden sämtliche Fotos und Video-Clips aus Deiner Fotos-App in iCloud hochgeladen und dort zentral gespeichert. In iCloud werden die Originale aufbewahrt (dort ist die „Wahrheit“), inklusive Deiner Alben-Struktur, Bezeichnungen, Titel, Schlagwörter und so weiter. Du kannst Deinen Mac dann optional so einrichten, dass auf ihm nur verkleinerte Kopien gespeichert werden. Das kann ganz erheblich lokalen Speicherplatz einsparen. Arbeitest Du einmal mit einem Bild, lädt die Fotos-App unbemerkt im Hintergrund das Original herunter. Alles wird automatisch so gemanagt, dass Du Dich um nichts kümmern musst. Wenn Du auf einem Deiner Geräte ein Foto hinzufügst, bearbeitest oder Deine Fotoalben neu sortiert, werden die Änderungen sofort über die iCloud-Fotomediathek auch auf allen anderen Geräten wirksam. Auf der Website von Apple erfährst Du, wie Du die iCloud-Fotomediathek auf Mac, iPhone und iPad einrichtest.

Mit iTunes in der Cloud kannst Du alle Songs, die Du im Apple iTunes Store gekauft hast, auch dann hören, wenn sie gerade nicht lokal auf Deinem jeweiligen Gerät vorhanden sind. Solange Du online bist, kannst Du sie nachladen und direkt abspielen. Ähnlich funktioniert es mit Apps sowie Büchern, Hörbüchern und filmen, die Du über Apples iTunes Store, App Store bzw. über iBooks bezogen hast. Selbst Lesezeichen, die aktuelle Seite/ Stelle sowie Deine Markierungen und Notizen in Büchern werden über iCloud synchronisiert. Auch Apps von anderen Anbietern können von iCloud Gebrauch machen und Dir Daten und Funktionen über mehrere Geräte hinweg zur Verfügung stellen.

Falls Du das kostenpflichtige iTunes Music Abo abgeschlossen hast, kannst Du Millionen Songs aus dem iTunes-Angebot direkt streamen oder offline hören. Über die iCloud-Musikmediathek kannst Du einzelne Songs, ganze Alben und fertige Wiedergabelisten einfach zu Deiner eigenen Mediathek hinzufügen, alles zentral verwalten und auf allen Geräten gleichermaßen nutzen. Die Synchronisation erfolgt voll automatisch. Auch das seltene Album, das Du selbst durch Digitalisierung einer Schallplatte Deiner Mediathek hinzugefügt hast, wird in die iCloud-Musikmediathek aufgenommen und steht Dir anschließend auf allen Geräten zur Verfügung. Die verfügbaren Abonnements für Apple Music erfährst Du direkt von Apple. Tipp: Wenn Du Apple Guthabenkarten (also App Store oder iTunes Geschenkkarten) im freien Handel gelegentlich rabattiert kaufst und damit Dein Guthaben bei Apple auflädst, erhältst Du das Musik-Abo indirekt zu einem günstigeren Preis.

Tipp: Über die Familienfreigabe können sich bis zu sechs Familienmitglieder Einkäufe aus iTunes, iBooks, App Store und Apple Music sowie die Inhalte der Fotomediathek und Kalender etc. teilen. Eltern können ihren Kindern außerdem limitierte Zugriffsrechte einrichten und selber nach ihrer Zustimmung gefragt werden, wenn die Kinder etwas laden oder kaufen wollen.

Wie im iMovie-Beitrag erwähnt, kannst Du außerdem direkt aus Deinem Videoschnittprogramm vom Mac, iPhone oder iPad aus fertige Filme im „iMovie Theater“ bereitstellen. Filme im iMovie-Theater kannst Du über das Internet und ein Apple TV direkt auf Deinen Fernseher streamen (oder ein anderes Gerät).

Speichervolumen

Jedem Apple-Nutzer stehen in iCloud 5 GB Speicher zur freien Verfügung. Musik, Filme, Bücher und Apps, die von Apples Angeboten bezogen werden, werden grundsätzlich nicht auf Dein persönliches Speicherkontingent angerechnet. Sie können jederzeit über Apples Dienste neu bezogen werden. Erfreulicherweise werden auch Deine privaten Filme im iMovie Theater nicht auf das Volumen angerechnet.

Anders verhält es sich mit Dateien in iCloud Drive, Backups und der Fotomediathek in iCloud. Wenn Du diese Funktionen intensiv nutzt, kann es sein, dass Dein Online-Speicher bald nicht mehr ausreicht. Den Dir zur Verfügung stehenden und bereits belegten Speicher findest Du auf Mac, iPhone und iPad unter „(System)Einstellungen > iCloud“. Direkt von dort aus kannst Du über Verwalten weiteren Speicher in einem Abo-Modell nachkaufen. Weitere Informationen zu iCloud und den aktuellen Speicherplänen findest Du auf der iCloud-Informationsseite von Apple.

Das Apple-Ökosystem jenseits von iCloud

Dein Apple- bzw. iCloud-Nutzerkonto spielt auch eine Rolle bei weiteren Funktionen im Apple-Ökosystem. Einige werden von Apple unter dem Stichwort Continuity vermarktet. Wenn Du auf zwei verschiedenen Geräten mit demselben iCloud-Nutzerkonto angemeldet bist, kommunizieren die Geräte untereinander. Zumindest solange sie sich in Nähe zueinander befinden. Beginnst Du z.B. eine E-Mail auf dem iPhone zu schreiben, kannst Du diese jederzeit mittels Handoff auf dem Mac zu Ende schreiben. Oder umgekehrt. Fragen und Antworten zur Einrichtung und Nutzung von Continuity und Handoff hat MacTechNews übersichtlich zusammengestellt. Internet-Lesezeichen und offene Webseiten werden ohnehin über iCloud synchronisiert. Du kannst aber auch eine gerade vor Dir geöffnete Seite direkt auf einem anderen Gerät öffnen und nahtlos weiterlesen. Wenn Du auf einem Gerät etwas in die Zwischenablage kopierst, kannst Du den jeweiligen Inhalt auf jedem Deiner anderen Geräte einfügen. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Link, Text, ein Bild oder ein Video handelt. Die iCloud-Zwischenablage macht es möglich.

Auch die oben schon erwähnten Telefonfunktionen nutzen „Continuity“. So kannst Du auch Anrufe über Deinen Mac oder Dein iPad annehmen oder selbst tätigen (setzt ein iPhone voraus). Plötzlich ist der Weg zum Telefon ganz kurz. Telefonnummern auf Websiten können einfach angeklickt werden und schon wird die Telefonverbindung aufgebaut.

Mittels AirDrop kannst Du zwischen nahen iPhones, iPads und Macs Dateien austauschen (s. auch Diashow zu den weiteren Funktionen im Beitrag zur Bedienung von macOS). Auf dem Mac funktioniert das Ganze direkt aus dem Finder heraus. Und zwar nicht nur unter Deinen eigenen Geräten, sondern auch mit anderen. Sie müssen nur gerade in der Nähe sein. Sende einfach das eben erstellte Gruppenfoto von Deinem iPhone an das MacBook Deines besten Freundes. Keine E-Mail, Cloud-Speicher oder Nachrichten-Apps erforderlich.

Für einige dieser Funktionen bleiben Deine Geräte untereinander per WLAN, Bluetooth und iBeacon-Technologie in Verbindung. Sie bilden spontane Ad-hoc-Netze, um die erforderlichen Informationen rasch auszutauschen. All dies passiert völlig automatisch im Hintergrund – Du musst Dich um nichts kümmern. Es funktioniert einfach.

Fazit

An der Länge des Beitrags auf dieser Seite kannst Du erkennen, wie viel Energie Apple in die Vernetzung von Geräten untereinander steckt und wie sie dadurch reibungslos zusammenarbeiten. Und dabei sind wir z.B. auf Apples HomeKit-Lösung für die Heimautomation (welche vorwiegend über iOS-Geräte, Siri und das Apple TV abgewickelt wird) und Deinen Kühlschrank 😉 noch gar nicht eingegangen.

Vermutlich wird auch so schon deutlich: Apple stellt eine Vielzahl von Funktionen und Dienstleistungen auf seinen Geräten bereit, die nahtlos ineinandergreifen und es Nutzern attraktiv machen (sollen), möglichst im Apple-Ökosystem zu bleiben. Dabei ist es in den meisten Fällen Dir selbst überlassen zu entscheiden, von welchem Ausschnitt dieses Angebots Du Gebrauch machen möchtest und ob Du in Einzelfällen alternative Angebote, etwa auch andere Cloud-Services, bevorzugst. Bei manchen Aspekten hast Du völlige Wahlfreiheit (Beispiel: Online-Speicher), in anderen Aspekten ist die Integration in die Apple-Systeme so tief, dass sich die Frage nach Alternativen gar nicht stellen lässt. Meiner Erfahrung nach profitierst Du vor allem dann vom Apple-Ökosystem, wenn Du selbst mehrere Geräte von Apple verwendest oder Personen in Deinem Umfeld ebenfalls Apple-Produkte benutzen.

Zum Ende der Einführung:

Oder steht Deine Entscheidung schon fest?

 
 
 

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